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Vergleich der Kreislauffähigkeit ausgewählter Baumaterialien in der Schweiz

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Beton, Stahl und Holz im Vergleich auf Materialebene

Unternehmensbereich: Nachhaltigkeit & Kreislaufwirtschaft | Zirkularitätsindikatoren

Nachhaltigkeit & Kreislaufwirtschaft

Kreislaufwirtschaft ist in der Schweiz regulatorisch verankert

  • Umweltschutzgesetz (USG)
  • Abfallverordnung (VVEA)
  • Klima- & Innovationsgesetz (KIG)

Kreisläufe verstehen

Baumaterialien bewegen sich entweder in technischen Kreisläufen (Beton, Stahl etc.) oder in biologischen Kreisläufen (Holz mit Kaskadennutzung).
Im heutigen Bauwesen dominiert das Recycling mengenmässig.

1_Zirkularität_Butterfly

Kreislauffähigkeit ist messbar

Angelehnt an ISO 59020 und dem Arbeitsstand des Leitfadens zur Bestimmung der Materialzirkularität von C33, ecobau und der Charta kreislauforientiertes Bauen kann die Kreislauffähigkeit von Materialien berechnet werden.

Vorgehen zur Zirkularitätsbewertung nach ISO 59020

  • 1. Systemgrenze definieren
  • 2. Zirkularitätsindikatoren festlegen
  • 3. Datenbasis bestimmen
  • 4. Berechnung und Interpretation

Auf der betrachteten Ebene Material bewertet der Materialflussindikator «Zirkularität messbar machen» 1.1 die Herstellungsphase und die Phase nach einem Nutzungszyklus jeweils zwischen 0% und 100%, wobei ein höherer Wert für eine höhere Zirkularität steht.

3_Zirkuläre_Ressourcenflüsse

Relevante Indikatoren

Die zur Berechnung der Materialzirkularität benötigten Indikatoren können aus Ökobilanzberichten und Umweltproduktdeklarationen (EPDs) entnommen werden. In EPDs sind die rechts dargestellten Indikatoren zum Ressourceneinsatz und den Outputflüssen enthalten und können direkt abgelesen werden.

4_tabelle_indikatoren

Vergleich der Materialzirkularität

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Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den verglichenen Baustoffen.
Holz erzielt hohe Werte in der Herstellungsphase, da es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt. Die Werte nach der Nutzung fallen wegen der oftmals thermischen Verwertung tiefer aus.
Stahl
erreicht hohe Zirkularitätswerte, da ein hoher Anteil an Sekundärmaterial eingesetzt wird und nahezu geschlossene Recyclingkreisläufe bestehen.
Beton erzielt je nach Betonsorte und Recyclinganteil unterschiedliche Ergebnisse. Recyclingbeton erreicht höhere Werte in der Herstellungsphase, da rezyklierte Gesteinskörnungen eingesetzt werden. Das Betonrecycling ist in der Schweiz gut etabliert, wodurch auch nach der Nutzung hohe Zirkularitätswerte erzielt werden. Konventionelle Betone ohne Recyclinganteil schneiden in der Herstellung entsprechend schlechter ab.

Einordnung & Fazit

Die Ergebnisse zeigen, dass die Kreislauffähigkeit von Baustoffen messbar und vergleichbar ist. Während Holz insbesondere durch den Einsatz erneuerbarer Rohstoffe hohe Werte in der Herstellungsphase erreicht, profitieren Stahl und Recyclingbeton von etablierten Recyclingkreisläufen und dem Einsatz von Sekundärmaterialien. In der Schweiz werden bereits grosse Mengen an Rückbaumaterialien recycelt.
Die Aussagekraft der Ergebnisse hängt von der Qualität und Detaillierung der zugrunde liegenden Daten ab. Teilweise werden die stofflich verwerteten Bestandteile im Zement unterschiedlich detailliert ausgewiesen. Die angewandte Methode betrachtet die Kreislauffähigkeit auf Materialebene. Effekte der Wiederverwendung werden auf Bauteilebene relevant. Für eine umfassende Bewertung zur Materialauswahl sollten ergänzend weitere Indikatoren, wie das Treibhauspotenzial berücksichtigt werden. Mit der laufenden Überarbeitung der «Ökobilanzdaten im Baubereich» werden künftig umfangreiche Materialkennwerte zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen

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c33_web
Leitfaden Zirkularität Messbar Machen
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